Veranstaltung: Montag, den 26. Januar 2026, Gewerkschaftshaus Braunschweig,
mit Herta Däubler-Gmelin, Bundesjustizministerin a.D.,
Vortrag mit dem Thema „Fritz Bauer. Jurist und Sozialdemokrat – Bahnbrecher für unsere rechtsstaatliche Demokratie“.
Video mit freundlicher Genehmigung der Referentin.
Zur Person:
Herta Däubler-Gmelin wurde 1943 in Bratislava (Slowakei) geboren. Sie studierte Politik, Geschichte und Rechtswissenschaften in Tübingen und Berlin und promovierte 1975 zum Dr. jur. an der Universität Bremen, wo ihr Mann bereits Hochschullehrer für Arbeitsrecht war.
In der SPD ist sie seit 1965, in der sie von 1988 – 1997 stellvertretende Bundesvorsitzende war. Im Bundestag war sie Abgeordnete von 1972- 2009, dann unter Gerhard Schröder von 1998 – 2002 Bundesjustizministerin, wodurch sie auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde.
Im Weiteren gab es zahlreiche andere Ämter, die sie ausführte, z.B. als Vorsitzende des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages (1980-82), als Sprecherin der Arbeitsgruppe Rechtspolitik und als Justiziarin der SPD. Neben vielen anderen Tätigkeiten ist Herta Däubler-Gmelin auch
Schirmherrin des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes und setzte sich in einer Expertenkommission mit dem Volksentscheid der Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen auseinander. In Berlin leitete sie am Otto-Suhr-Institut der FU als Honorarprofessorin verschiedene Veranstaltungen zum Thema „Internationale Beziehungen und Menschenrechte“.
Fritz Bauer hatte sie schon während ihres Studiums in Berlin kennengelernt. Mit anderen Studierenden hatte sie Bauer zu einer Veranstaltung im Rahmen der Humanistischen Union zu einem Vortrag eingeladen, der einen tiefen Eindruck bei ihr hinterließ. Nach dem Vortrag hatten sie noch lange mit Bauer über verschiedene Fragen diskutiert, z. B. auch über das Widerstandsrecht oder über Eichmann. In einem Artikel berichtet sie ausführlich darüber.
In verschiedenen Vorträgen und Aufsätzen setzte sie sich mit Bauer auseinander. Fritz Bauer gehörte für sie mit zu den „Lichtgestalten“, „die Mut machten und Hoffnung gaben“, an denen sie früher ihre Vorstellungen von Recht und Rechtsstaatlichkeit ausrichten konnten. Auch in der heutigen Zeit sei Bauer noch so aktuell wie in seiner Zeit.
Markant ist sicher auch die oft zugespitzte und leidenschaftliche Art, mit der Herta Däubler-Gmelin sich zu ihren Themen wie auch zu Fritz Bauer äußert, verbunden mit großer Sachkenntnis und Engagement. Und sie sucht auch die Begegnung mit Schüler und Schülerinnen, wie 2013 bei einer Veranstaltung des Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart. Es war das Gymnasium, das Bauer besucht hatte (wie auch Hegel, Stauffenberg und Loriot). Bei einer Feierstunde für Fritz Bauer schlug sie vor, einen Fritz Bauer Preis jährlich an der Schule zu vergeben – seitdem gibt es dort den Fritz Bauer Preis für besonderes soziales Engagement.